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Der Wahnsinn des Doku-Schneidens: Ein Erfahrungsbericht

Ich dachte, ich teile mal meine Erfahrungen beim Schneiden meiner neuesten Kurzdokumentation “Christmas in Grenada”. Falls ihr euch jemals gefragt habt, wie viel Arbeit da wirklich drinsteckt – schnallts euch an!

Also, stellt euch vor: 22 Stunden Filmmaterial. Ja, richtig gelesen. Zweiundzwanzig Stunden! Das hab ich in einem Monat auf See zusammengeklaubt und auf zwei Festplatten gepackt. Das Ganze auf eine knackige Kernbotschaft runterbrechen klingt schwierig? Ich kann euch sagen: Ist es auch. Der erste Schritt war natürlich, das Material zu sichten. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber nach der dritten Stunde verschwimmt alles schon. Man muss ja nicht nur schauen, sondern auch die besten Stückerln rausfischen, sich Notizen machen und ständig überlegen: “Passt das zur Story? Bringt das den Punkt rüber? Was brauch ich noch?”

Dann kommt die First Assembly. Alles mal in die Timeline knallen, was gut aussieht und dann anschauen. Hm, knappe 1 Stunde 30 Minuten. Jetzt mal schauen, wie ich die Geschichte besser erzähle. Es geht darum, das Tempo zu halten, die richtigen Übergänge zu finden und die Story lebendig zu machen. Brauch ich das wirklich? Nun, knapp 6 Monate später mit viel “Liegen lassen” hab ich einen Feinschnitt, mit dem ich zufrieden bin. Nach unzähligen Varianten und Feedback von Freunden ist es mir gelungen, den Schnitt auf 32 Minuten zu trimmen. Picture Lock!

Der nächste Schritt wird das Sound Design. Der O-Ton war nur ein Onboard-Mikro auf der Kamera… Da kann man sich schon Besseres wünschen, aber auf einem 41-Fuß-Boot ist nun mal kein Platz für einen Tonmeister. Also ab an die Töne aus der Dose. Jeden kleinen Effekt, jede Musikspur sauber anzulegen, ist eine Wissenschaft für sich. Ich gebe dem Sounddesign noch den Sommer, im Herbst geht es dann ans Grading, um eine kleine Premiere im Winter zu sichern.

Und ja, den Großteil des Projektes hab ich bis jetzt alleine gemacht. Manchmal fühlte ich mich wie ein Ein-Mann-Kommando. Ich bin es gewohnt, bei Projekten eng mit Regie und Produktion oder Art Department zusammenzuarbeiten. Da kann man sich super Ideen zuwerfen und gemeinsam etwas gestalten. Bei diesem Projekt war ich auf mich allein gestellt. Ich arbeitete dutzende Stunden daran, schaute mir eine Version an und dachte mir: “Kann das eigentlich was, was ich da hab? Ist das interessant? Will sich das wer anschauen?” Ohne einen zweiten an einem Filmprojekt zu arbeiten, ist eine Erfahrung, die ich gerne gemacht habe, aber in Zukunft lieber vermeiden würde. Das Kreativste an einem Film sind meiner Meinung nach die Ideen, die im Diskurs entstehen.

Hanimex Mirror Lens 300mm 1 : 5.6

Deutsch

Für meine kommende Doku musste ich ein leichtes Setup finden. Da ich auf den Einsatz von Teleobjektiven nicht verzichten wollte, entschied ich mich für eine 300mm Hanimex Spiellinse. Da meine Dreharbeiten nur bei Tageslicht stattfinden werden, stellt die f5.6 kein Problem dar. Mit einem Gewicht von knapp 200 Gramm und der kompakten Bauweise ist sie ideal für meine bevorstehende Langstreckenreise.

Schnell an meine Pocket 6K angeschlossen, überprüfe ich das Auflagemaß und schwenke die Kamera in die Skyline von Wien. Besonders bemerkenswert ist das Ringbokeh, das hier entsteht, anstelle eines vollständigen Kreises. Wo diese Reise hinführt, werdet ihr bald erfahren. Bis dahin
– Cheers!

English

For my upcoming short documentary, I had to set up a lightweight rig. Not wanting to compromise on the use of telephoto lenses, I opted for a 300mm Hanimex Spiellinse. Since my filming will be done in daylight, the f5.6 aperture is not an issue. Weighing in at just under 200 grams and with its compact design, it’s perfect for my upcoming long-distance journey.

Quickly connected to my Pocket 6K, I check the flange distance and pivot the camera towards the Vienna skyline. What’s particularly noteworthy is the ring bokeh it produces, instead of a complete circle. Where this journey will take us, you’ll soon find out. Until then – Cheers!

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